Thätigkeit in den verschiedensten Ländern bewiesen haben,

wie sehr ihnen das Colonisationswerk in Palästina heilig

ist. Und dasselbe zu sichern, zu erweitern, gegen unbe=

sonnene Eingriffe von Va banque=Spielern zu schützen soll

eben der Zweck der Delegirten=Conferenz sein.

 

                             Nach der Sitzung.

(Von unserem Specialcorrespondenten.)

Paris, den 20. März [1899].

Die Hoffnungen und Erwartungen, welche die auf=

richtigen Zionsfreunde überall mit der Delegirten=Conferenz

verknüpft haben, sind als vollständig verwirklicht zu be=

trachten. Was seit Jahren von den praktischen

Zionisten, die die praktische That dem bloßen Ge=

schwätz vorziehen, angestrebt wird, nämlich die Gewinnung

der „Jewish Colonisation Association“ für die Colonisation

Palästinas, haben sie — jetzt erreicht. Wenn man be=

denkt, daß die „Jewish Colonisation Association“ über mehr

als 200 Millionen Francs verfügt, also ungefähr

über viermal so viel als die „Colonialbank“ erst zu=

sammenbringen will, so wird man erst die ganze Tragweite

der Thatsache erkennen, daß die „Jewish Colonisation Asso=

ciation“ nunmehr als den Hauptschauplatz ihrer colonisatorischen

Thätigkeit Palästina betrachtet und für dieselbe die Mittel

zur Verfügung stellt.

Das ist der bedeutende Erfolg der gestrigen Delegirten=

Conferenz. Insbesondere wird man es gerade in Oesterreich

und zumal in Galizien gewiß mit Freude vernehmen, daß

die Delegirten- Conferenz beschlossen hat, für die galizische

Colonie „Machnajim“ 40.000 Francs zu widmen und

somit auch jene Bedingung erfüllt ist, von der die „Jewish

Colonisation Association“ ihre Subvention von 80.000 Francs

abhängig gemacht hat. Damit ist die Colonie „Machnajim“

ganz gesichert und es zeigt sich die Lächerlichkeit jener

Propheten, die dieser Colonie einen Zusammenbruch vorher=

sagten. Die Sympathieen und die Unterstützung, die die galizische

Genossenschaft „Ahavas Zion“ und ihre Bestrebungen bei den

hiesigen Machtfactoren gefunden haben, sind auch ein persön=

licher Erfolg des Dr. Salz und eine reiche Belohnung für so

manche Kränkungen, die ihm in jüngster Zeit Herr Dr.

Herzl in seiner kleinlichen Eifersüchtelei zugefügt hat.

Was das Verhältniß der „Jewish Colonisation Asso=

ciation“ und des Centralcomités zur Herzl=Partei und der

„Colonialbank“ betrifft, so geht dasselbe am besten aus

folgender Thatsache hervor:

Vor einiger Zeit war Herr Wolffsohn, der bereits

als erster Director für die Bank in Aussicht ge=

nommen ist und nach London übersiedelt, hier, um Narcisse

Leven für die „Bank“ zu gewinnen. Derselbe erklärte

jedoch, daß man nicht erst eine Bank zu gründen brauche,

denn Geld sei genug da und stehe auch für alle ernsten

colonisatorischen und industriellen Unternehmungen in Pa=

lästina zur Verfügung. Man möge ihm jedoch mit concreten

Vorschlägen und Plänen kommen. Das ist aber nicht ge=

schehen. Dafür schickt jetzt die „Jewish Colonisation Asso=

ciation“ einen Secretär für mehrere Monate nach Palästina

behufs Studium der dortigen Verhältnisse.

Einer der wichtigsten Punkte der Tagesordnung war

die Frage der Reorganisation des Central=

comités und der Agitation. Hier entziehen sich

jedoch die meisten Beschlüsse noch vorläufig der Oeffentlich=

keit. So viel läßt sich schon jetzt sagen, daß das

Centralcomité durch neue Persönlichkeiten aus verschiedenen

Ländern erweitert wurde. Zu den bisherigen Mitgliedern

wie Narcisse Leven, Zadoc Kahn, Dr. Hildes=

heimer, Bambus, Oberst Goldsmid etc., kommen

jetzt noch u. A. hinzu der bekannte Gynäkolog Professor

Landau und der Großkaufmann Israel in Berlin,

Sir Josef Sebag Montefiore, der eigentliche Ver=

mögenserbe von Sir Moses Montefiore in London, und

 

Next paragraph on the right side of the page

 

Bernard Lazare, der bereits aus dem Wiener

Actionscomité ausgetreten ist. Dazu kommt

noch aus Oesterreich vorläufig Dr. Salz, da die Be=

rufung von zwei weiteren Personen aus Wien in Aussicht

genommen ist.

Weiters wurde beschlossen, in Berlin einen Aus=

führungsausschuß einzusetzen, der die Agitation

zu leiten und die Beschlüsse des Centralcomités durchzu=

führen hätte.

Es wurde auch der Bericht über die günstige Ent=

wicklung der vom Centralcomité gegründeten Colonie

Kastinie vorgetrager und constatirt, daß die Getreide=

ernte allein den Colonisten in letzten Jahre 40.000 Francs

eingetragen hat. Für diese Colonie wurde ein Credit bis

zu 300.000 Francs eingeräumt.

Soviel in Eile über die Arbeiten der Delegirten=

conferenz, die von Liebe und Opferwilligkeit zum eigenen

Volke, aber auch von echt männlichem Ernst geleitet

waren. Und die Früchte solcher Arbeiten werden auch

gewiß nicht ausbleiben.

 

  L[andau] Bernhard Lazare' s Austritt aus dem Wiener

                                         Actions=Comité.

Paris, 21 März [1899].

Es war seit Langem zu erwarten, daß Bernard

Lazare im Wiener Actionscomité, das ihn zur Unthätigkeit

verurtheilte, nicht lange verbleiben wird. Schon am Baseler

Congreß hat Lazare seinen Freunden erklärt, daß er ins

Actions=Comité eintrete, um dort wirklich zu arbeiten, für

die demokratische Richtung zu kämpfen, und daß er

mit dem Augenblicke das Comité verlassen werde, sobald er

einsieht, daß er seine Kraft und seine geistigen Mittel dem

Zionismus nicht so widmen könne, wie er es wünscht. Diese

Zeit ist nun eingetreten. Die „Wahlreform“ hat Lazare

gezeigt, wie viel mit den Leuten zu machen ist, die davor

nicht zurückschrecken, die Freiheit der Wahlen zu vergewal=

tigen, um sich einen „verläßlichen“ Congreß zu schaffen. Und

Lazare fühlt sich, wie viele andere, in einer solchen Ge=

sellschaft nicht wohl. Er hat also demissionirt, und

diese Demission bereits dem Wiener Comité in einem aus=

führlichen Schreiben bekanntgegeben. Sohin hat er sich ent=

schlossen, in das Central=Comité der Zions=Verbände einzu=

treten, für welches dieser Mann, dessen Bedeutung man erst

dann erkennt, wenn man in Paris ist, eine große Acquisition

bedeutet.

 

     Die Landeskonferenz der deutschen “politischen”

                                       Zionisten.

Berlin, 16 März

Um nächsten Montag soll in Köln der Parteitag  der

deutschen Landsmannschaft stattfinden. Derselbe sollte ursprüng=

lich nach Köln übertragen, da man hier einen  … gegen die

Wahlreform” befürchtet hat. Angesichts dieses Schrittes der

deutlichen Leitung haben die Ortsgruppen in Berlin, Bres=

lau, Leipzig und mehreren anderen Ortschaften beschlossen,

die Landeskonferenz nicht zu beschicken und gegen deren Un=

haltung in Köln zu protestiren. Wegen der “Wahlreform” wird

sich wohl auch schon ein Mittel finden, um die Anschauungen.

Der Majorität der deutlichen Zionisten über diese saubere Taktik

zum Ausdrucke zu bringen.

 

                              Die treue Wacht.

Es gibt ein Bild, welches uns das wundersame Schauspiel

eines künftigen Freiheitheftes der gesamten Menschheit in den

leuchtenden Farben vor Augen führt. Der Name dieses  Ge=

mäldes lautet: “Pessach leassid”. Die Freiheit der Zukunft, und der

Rahmen, in welchen sich dasselbe fügt, es ist der feierliche Seder=

abend. Zwar viel bitteres Wehe hatte dieser Abend für Israel be=

reits in feinem Befolge. Wer zählt die Seufzer, dir Klagen alle,

welche unsere Väter gegen das grausame Schicksal gerade an diesem

These men will be joined at the meeting by others who have demonstrated through years of self-sacrificing devotion in the most diverse countries how very sacred the colonization project in Palestine is to them. And it is precisely the purpose of the conference of delegates to safeguard it, expand it, and protect it against rash interference on the part of va banque [all-or-nothing]—gamblers.

 

 

After the Meeting.

 

(By Our Special Correspondent).

 

Paris, March 20

 

The hopes and expectations which true friends of Zion everywhere attached to the conference of delegates may be regarded as entirely fulfilled. What has for years been striven for by practical-minded Zionists, who prefer practical deeds to mere talk— namely, winning the support of the “Jewish Colonisation Association’' for the colonization of Palestine—has now been achieved. Only if one considers that the “Jewish Colonisation Association” has over 200 million francs at its disposal, about four times as much as the “Colonial Trust” has yet to raise, will one appreciate the full import of the fact that the “Jewish Colonisation Association” now regards Palestine as the main scene of its colonizing activity and is making the funds available for it.

 

This is the significant success of yesterday’s conference of delegates. It will certainly be learned with joy in Austria and particularly in Galicia that the conference has decided to allot 40,000 francs to the Galician colony “Mahanayim,” thus fulfilling the condition on which the “Jewish Colonisation Association” made its subvention of 80,000 francs dependent. This fully guarantees the “Mahanayim” colony and shows up the ridiculousness of those prophets who predicted that this colony would collapse. The sympathy and the support which the Galician society “Ahavas Zion” and its endeavors have encountered among the local powers are also a personal triumph for Dr. Salz and ample compensation for many an insult that Dr. Herzl has recently inflicted on him in his mean and petty jealousy.

 

As regards the relationship between the “Jewish Colonisation Association” and the Central Committee on one hand and the Herzl party and the “Colonial Trust” on the other, this is best shown by the following fact:

 

Some time ago Mr. Wolffsohn, who is virtually assured of being the first director of the Bank and is moving to London, was in Paris in order to win over Narcisse Leven for the “Trust.” The latter declared, however, that it was not necessary to found a bank, for there was plenty of money on hand that was available for all serious colonizing and industrial enterprises in Palestine. However, they should submit concrete proposals and plans to him. But this was not done. Instead, the “Jewish Colonisation Association” is now sending a secretary to Palestine for several months in order to study conditions there.

 

One of the most important matters on the agenda was the question of the reorganization of the Central Committee and of propaganda. On this point, however, most of the decisions have for the present not been made public. But this much can be said even now, the Central Committee has been expanded through new personalities from various countries. Among those who have been added to the old members like Narcisse Leven, Zadoc Kahn, Dr. Hildesheimer, Bambus, Colonel Goldsmid, etc., are the  well-known gynecologist Professor Landau, the wholesale merchant Israel of Berlin, Sir Josef Sebag Montefiore of London, and Bernard Lazare, who has already resigned from the Vienna Actions Committee. Another new member from Austria is Dr. Salz, one of two additional members from Vienna whose appointment has been decided on.

 

It was further decided to set up an Executive Committee in Berlin, to take charge of propaganda and implement the decisions of the Central Committee.

 

A report was also presented about the favorable development of the Kastinie colony, which was founded by the Central Committee, and it was observed that the grain harvest alone netted the colonists 40,000 francs last year. For this colony a credit of up to 300,000 francs was granted.

 

This much in haste about the work of the conference which was guided by love and self-sacrificing devotion to the Jewish people, but also by real manly seriousness. And the fruits of such labors will surely not fail to appear either.

 

לאישים האלה עוד יצטרפו בוועידה אחרים, שבעבודתם רבת השנים במסירות נפש בארצות שונות ורבות, הוכיחו עד כמה עניין יישוב ארץ־ישראל קדוש להם, ומטרתה של הוועידה תהיה להבטיח ולהרחיב את הפעולה הזאת ולהגן עליה מפני התערבות קלת־ראש של מהמרים פזיזים.

 

* * *
אחרי הישיבה

מאת כתבנו המיוחד

 

 

 

 

פאריס, 20 במארס [1899]

התקוות והציפיות שתלו בוועידה חובבי־ציון הכנים בכל מקום, אכן קוימו במלואן. עתה הושגה המטרה שהציונים המעשיים, המבכרים את המעשה על הפטפוט הריק, שאפו אליה זה שנים רכישתה של יק״א למען יישוב ארץ־ישראל. רק כשמביאים בחשבון שיק״א חולשת על סכום של למעלה ממאתיים מיליון פרנקים, כלומר פי ארבעה כמעט מן הסכום ש״הבנק הקולוניאלי" הציב לעצמו לאסוף, אפשר להכיר במשקלה של העובדה שיק״א רואה מעתה בארץ־ישראל את הזירה העיקרית לפעילותה ההתיישבותית ומקציבה לה אמצעים.

זו ההצלחה הגדולה של הוועידה של אתמול. בייחוד ישמחו באוסטריה, ובעיקר בגליציה, שהוועידה החליטה להקדיש למחניים, המושבה של בני גליציה, 40,000 פרנקים, ובזה אף מילאה את התנאי לתמיכה של יק״א בסך 80,000 פרנקים. בכך הובטח קיומה של המושבה מחניים, ובולט לעין גיחוכם של הנביאים שניבאו את התמוטטותה. האהדה והתמיכה שזכתה לה אגודת "אהבת ציון" מגליציה ושאיפותיה אצל גורמי הכוח הפאריסאיים הן גם הצלחתו האישית של הד"ר זאלץ ומשום פיצוי לו בעבור הצער שגרם לו לאחרונה הד״ר הרצל בצרות העין הקטנונית שלו.

על היחס של יק״א ושל הוועד המרכזי למפלגה של הרצל ול״בנק הקולוניאלי", אפשר ללמוד מן העובדה הזאת:

לפני זמן מה היה כאן מר וולפסון שנועד להיות דירקטור ראשון של הבנק ועומד להעתיק את מגוריו ללונדון במטרה לרכוש את לבו של מר נַרסיס לֶוֶן למען ה"בנק". ואולם זה אמר לו שאין כל צורך להקים בנק, משום שיש די והותר כסף העומד לרשות כל מפעלי ההתיישבות והתעשייה הרציניים בארץ־ישראל, ויש להציג לפניו הצעות ותוכניות קונקרטיות. אלא שזה לא קרה. ועל־כן יק״א משגרת עכשיו לארץ־ישראל אחד ממזכיריה לכמה חודשים לשם חקירת התנאים שם.

אחד הנושאים החשובים ביותר על סדר היום היה הארגון מחדש של הוועד המרכזי ושל פעולת התעמולה. בעניין זה רוב ההחלטות עדיין לא לפרסום. מה שאפשר לומר לפי שעה הוא, שהוועד המרכזי הורחב וצורפו לו אישים חדשים מארצות שונות. לחברים שעד עכשיו, נַרסיס לֶוֶן, צדוק קאהן, הד״ר הילדֶסהיימֶר, בּאמבּוּס, הקולונל גוֹלדסמיד וכו׳ ייתוספו בין היתר הגינקולוג הנודע הד״ר לנדאו ואיש העסקים ישראל מברלין, סֶר ג׳וזף סֶבַּג מונטפיורי מלונדון, יורש קנייניו של סֶר משה מונטפיורי, וכן בֶּרנאר לאזאר, שפרש מן הוועד־הפועל הווינאי. לאלה מיתוסף לפי שעה מאוסטריה הד״ר זאלץ, וצפוי צירופם של עוד שני אישים.

עוד הוחלט להקים בברלין ועד ביצוע, שתפקידו יהיה לנהל את התעמולה ולהוציא אל הפועל את החלטות הוועד המרכזי. הוצג גם דוח על התפתחותה החיובית של המושבה קסטינה, שהוקמה על־ידי הוועד המרכזי, ונמסר שיבול התבואה בלבד הכניס למתיישבים 40,000 פרנקים.

למושבה זו הוקצב אשראי עד 300,000 פרנקים. עד כאן, בחטף, על עבודת הוועידה, שהתנהלה מתוך אהבה ומסירות־נפש לעמנו וגם ברצינות גברית אמיתית. גם הפירות של הדיונים הללו מן הסתם בוא יבואו.

ל.

* * *

פרישתו של בֶּרנאר לאזאר מן הוועד־הפועל של וינה

 



פאריס, 21 במארס [1899]

זה כמה זמן אפשר היה לצפות שבֶּרנאר לאזאר לא יישאר עוד זמן רב בוועד־הפועל הווינאי, שדן אותו לחוסר־מעשה. כבר בקונגרס בבאזל אמר לאזאר לחבריו שהוא מצטרף לוועד־הפועל כדי לפעול בו הלכה למעשה, כדי להיאבק על הכיוון הדמוקרטי, ושיפרוש ממנו ברגע שיגיע למסקנה שאין הוא יכול עוד להקדיש את כוחו ואת רוחו לציונות באופן שהוא רוצה בו. עתה הגיע המועד לכך. "הרפורמה בשיטת הבחירות" הוכיחה ללאזאר עד כמה אפשר לפעול עם אנשים שאינם נרתעים מלאנוס את חופש הבחירות כדי ליצור לעצמם קונגרס ש״אפשר לסמוך עליו". ולאזאר, כמו רבים אחרים, אינו חש בנוח בחבורה שכזאת. הוא התפטר אפוא, ועל התפטרותו זו כבר הודיע לוועד הווינאי במכתב מפורט. הוא החליט אפוא להצטרף לוועד המרכזי של אגודות־ציון. הצטרפותו של האיש הזה, שעל חשיבותו אפשר לעמוד רק כשנמצאים בפאריס, היא בבחינת רכישה גדולה בשביל הוועד.

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